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LIBERTY NEEDS A NEW DRESS
KUNSTPROJEKT VON CHRISTA LÖSEL

VORSCHLAG FÜR DIE
KULTURHAUPTSTADT-BEWERBUNG
DER STADT NÜRNBERG 2025

MAI 2018

EINFÜHRUNG

Seit 1996 erscheint die von Christa Lösel entwickelte Kunstfigur WILHELMINE in den unterschiedlichsten Zusammenhängen – „ein Bild von einer Frau, die immer rote Sachen näht“ - performativ, mit Kunstaktionen, in Ausstellungen wie auch im öffentlichen Raum, zuletzt war sie sieben Jahre in eine Nürnberger Schule „implantiert“. Seit 1998 erscheint sie immer wieder in Sequenzen einer Endlos-Performance und arbeitet an LIBERTYS NEUEM KLEID – zuletzt sichtbar in der Ausstellung im Kunstverein Kohlenhof im März 2017. Das Kleid entsteht aus einer nicht zählbaren Menge briefmarkengroßer Stoffstücke – es ist ein unendlicher Prozess …

WARUM TUT WILHELMINE DAS?

Sie ist, wie auch Christa Lösel, der Meinung, dass es an der Zeit ist, sich die Freiheit zu nehmen, die Welt so zu gestalten, wie es für die Menschen gut wäre. Was für die Menschen gut ist, ist eigentlich ziemlich klar und auch ausreichend erforscht, aber …

WILHELMINE, die sich ja mit textilen Erschei­nungsformen auseinandersetzt, weiß, dass ein Kleid im Idealfall das repräsentiert, was dahintersteckt – LIBERTYS Kleid entspricht der antiken Mode, verweist also auf einen klassischen Freiheitsbegriff, der dringend einer Überarbeitung bedarf. Wenn Menschen immer und überall als VERBRAUCHER bezeichnet werden, stimmt etwas grundlegend nicht mehr.

Da dieses Problem alle Menschen betrifft, möchten wir, WILHELMINE und Christa Lösel, einen Prozess in Gang bringen, der sich mit dieser Thematik beschäftigt. Der Anfang ist bereits gemacht, es existieren bereits über zweihundert Entwürfe für LIBERTYS NEUES KLEID, die WILHELMINE bei Aktionen, Ausstellungen, in der Schule und in Zusammenarbeit mit einigen Kunsterzieherinnen animiert hat.

OKAY – WAS STELLEN WIR UNS VOR?

Wir möchten in immer größerem Rahmen Entwürfe animieren, bei Aktionen und über www.libertyneedsanewdress.com. Eine Jury, in der auch renommierte Modeschöpfer vertreten sein sollten, wird dann eine Auswahl treffen:

Welche Kleider machen am deut­lichsten eine Idee klar, wie sich der neue Frei­heitsbegriff zeigen soll.

Diese Kleider sollen dann textil realisiert werden, in normaler Damen-Konfektionsgröße.

Der Abschluss des Projekts soll eine Veran­staltung auf Liberty Island sein, bei der die ausgewählten Entwürfe auf die STATUE OF LIBERTY projiziert werden und am Fuß der Statue Philosophen, Wissenschaftler, Politiker, Literaten usw. an ausgewählten Themen darlegen, wie man sich die neuen Entwicklungen vorstellen könnte. Diese Veranstaltung sollte live, weltweit im Fernsehen übertragen werden.

So ein Projekt können wir niemals alleine realisieren, deshalb möchten wir die Stadt Nürnberg dafür ge­winnen, uns bei der Verwirklichung dieser Idee zu unterstützen.

ABER WAS HAT DAS NUN MIT NÜRNBERG ZU TUN?

Sehr viel, wie wir meinen: bei dem Treffen zur Kulturhauptstadtbewerbung im November 2017 wurde „ZUKUNFT DER ARBEIT“ als inhaltlicher Schwerpunkt benannt – WILHELMINE hat in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Stadt Nürnberg 1999/2000, sozusagen zum Jahr­tausendwechsel, ein einjähriges Projekt über einen utopischen Arbeitsbegriff realisiert: www.stadtschneiderin.de.

Am Ende stellte WILHELMINE der Stadt die Frage, ob sie eine STADTSCHNEIDERIN, also eine Kunstfigur, beschäftigen möchte. Die Stadt hat darauf jedenfalls nicht mit Nein geantwortet …

Unter dem Motto: DIE STADTSCHNEIDERIN HAT PLATZ GENOMMEN hat WILHELMINE sich (im Rahmen der Unterrichtstätigkeit von Christa Lösel) in die Adam-Kraft-Realschule am Luther­platz integriert und hat dort ihre Vorstellung von einem utopischen Arbeitsplatz in unzähligen Aktionen mit den SchülerInnen über einen Zeitraum von sieben Jahren realisiert: www.wilhelmineistda.de.

Nürnberg tut gut daran, sich mit der Zukunft der Arbeit auseinanderzusetzen: Als ehemalige „Arbeiterstadt“, in der ja in der Gegenwart viele arbeitslose Menschen leben, in der die Bundes­anstalt für Arbeit platziert ist, macht es Sinn, sich über einen zeitgemäßen Arbeitsbegriff Gedanken zu machen. Ein Arbeitsbegriff, bei dem der Mensch nicht mehr an die Bedürfnisse der Öko­nomie angepasst wird sondern die Ökonomie, ihrer eigentlichen Aufgabe entsprechend, dem Menschen dient.

Nürnberg als Stadt der Menschenrechte ist dazu geradezu verpflichtet. Es in einer spielerisch anmutenden Art und Weise zu tun wäre erfolg­versprechend. Dem, gottseidank, wieder ver­worfenen Motto „Nürnberg – Stadt der Brüche“, das ja sicher eine Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit andeuten sollte, entspricht unser Konzept inhaltlich insofern, dass Menschen, die in ihrer Besonderheit wahrge­nommen werden und sich mit ihren ureigensten Fähigkeiten realisieren können, nicht so anfällig für Ideologien, welcher Art auch immer sind. Der frühere Kulturreferent der Stadt Nürnberg, Dr. Hermann Glaser, hat bereits 1988 dieses Thema mit seinem Buch DAS VERSCHWINDEN DER ARBEIT behandelt.

SOVIEL ZUM INHALT – ABER DIE PRAKTISCHE UMSETZUNG?

  • Die Akademie der Bildenden Künste
    Nürnberg könnte in die Realisierung
    einbezogen werden.
  • Die Meisterschule für Mode Nürnberg
    könnte sich beteiligen, sowohl mit
    eigenen Entwürfen wie auch mit der
    textilen Umsetzung der ausgewählten
    Entwürfe.

LIBERTY NEEDS A NEW DRESS –
ANIMIERT DURCH NÜRNBERGS
STADTSCHNEIDERIN WILHELMINE